Thomas Hansa

Multiple Sklerose ist bei mir im Jahr 2009 diagnostiziert worden. Am Anfang konnte ich damit nichts anfangen. Es war einfach ein Faktum, das mir gesagt wurde. Vor der Krankheit war ich ein sportlicher Typ. Mit der Zeit hat sich das geändert und ich  musste es akzeptieren. Mittlerweile habe ich ganz gut gelernt, damit umzugehen.

Ich arbeite  heute in Vollzeit in einem vorwiegend sitzenden Beruf. Ich brauche zur Fortbewegung einen Stock bzw. Walking Sticks und für weite Strecken auch einen Rollstuhl.

Ursprünglich hatte ich eine Scheu davor, meinem Arbeitgeber mitzuteilen, dass ich nicht mehr so fit und beweglich bin, er hat mich aber dahingehend sehr unterstützt und mir dementsprechende Hilfe zukommen lassen. An meinem Arbeitsplatz wurde alles so gut wie möglich für mich adaptiert – vom Behindertenparkplatz bis zur automatischen Öffnung von Türen. Was allgemein dringend verbessert werden müsste, ist generell die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Ich selber habe eine 80-prozentige Behinderung. Da merkt man schnell, dass manchmal ein Waschbecken nicht in der richtigen Höhe oder irgendwo eine kleine Stufe ist oder das WC-Gehen nicht immer möglich ist (zu enge Durchgangsmöglichkeiten für Rollstühle zB)

Was auffällt, ist, dass gesunde Menschen betreff der Multiplen Sklerose oft davon ausgehen, dass dies eine Krankheit ist, mit der man irgendwann einmal im Rollstuhl sitzt. Mehr nicht. Viele MS-Betroffene ziehen sich auch von der Gesellschaft zurück, weil es schwer ist zu erklären, warum man am Stock geht, wackelt oder ein Schwindelgefühl hat. Da braucht es noch viel Aufklärung. Dabei ist es wichtig zu wissen: MS ist nicht ansteckend, kein Kündigungsgrund, ist nicht das Ende des „guten Lebens“, ist keine Krankheit, die man allein ertragen muss und ist kein schreckliches Geheimnis. MS ist anzusprechen!

Insgesamt fühle ich mich in Österreich sehr gut versorgt und es ist auch ungemein wichtig, dass man diese Krankheit gesellschaftsfähig macht!!