Martin Greicsek

Ich habe seit 22 MS. Am Anfang war die Diagnose ein Schock. Die Schwester meine Großmutter hat auch MS gehabt und ist nur 34 Jahre alt geworden. Sie war aufgrund der MS bettlägerig und ist letztendlich an einem Harnwegsinfekt gestorben. Jetzt passiert das natürlich nicht mehr. Heute geht es mir einigermaßen gut. Mein größtes Problem ist, dass ich manchmal unter Drehschwindel leide.

Ich bin noch immer berufstätig und da ich Informatiker bin, musste mein Arbeitsplatz auch nicht adaptiert werden. Meinen Arbeitgeber habe ich von Anfang an über die Krankheit informiert. Er hat mir auch gleich Unterstützung zugesagt, falls ich Hilfe benötigen würde. Andere MS-Patienten können aber zum Teil gar nicht mehr arbeiten, weil sie unter extremer Müdigkeit, also dem Fatigue-Syndrom, leiden. Diesen Leuten müsste man ermöglichen in Invaliditätspension zu gehen. Umgekehrt gibt es aber auch viele, die gerne noch arbeiten würden, aber aufgrund ihrer Diagnose nirgends mehr genommen werden. Wichtig wäre, dass man die Individualität der Patienten zulässt. MS ist sicher ein Stigma, da ein Arbeitgeber ungern Menschen aufnimmt, die sehr oft in Krankenstand gehen könnten.

Für junge MS-Patienten ist es das Wichtigste, dass sie gute Informationen – auch im Internet – bekommen. Die gibt es heute aber glücklicherweise. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist mittlerweile auch sehr gut. Früher hat die Krankheit den „Stempel“ Rollstuhl getragen, aber heute ist das schon sehr viel besser.