Julia Juen

Sicher weiß ich seit fünf Jahren, dass ich MS habe, aber Beschwerden habe ich schon ein paar Jahre länger. Bei der Diagnosestellung war ich einerseits erleichtert, dass ich endlich eine Diagnose hatte, weil mir jahrelang niemand geglaubt hat, dass mir etwas fehlt. Auf der anderen Seite habe ich nicht gewusst, was sie mit sich bringt. Heute geht es mir besser. Am Anfang habe ich gedacht, dass ich nur mit Medikamenten funktioniere, mittlerweile weiß ich es besser. Das Wichtigste, was die Krankheit betrifft, spielt sich aber ohnehin im Kopf ab. Ich sage mir immer, dass es mir gut geht, egal ob ich Medikamente nehme oder nicht. Und ich höre mehr auf meinen Körper als früher.

Am Arbeitsplatz war alles ok, bevor ich eine Diagnose hatte beziehungsweise danach, solange ich „funktioniert“ habe. Als das einmal nicht mehr der Fall war kam schnell das Ende meines Arbeitsverhältnisses. Im Grunde hätte mein Arbeitgeber einfach nur Geduld haben müssen als ich im Krankenstand war. Aber Kranksein war ein „No-Go“. Danach habe ich mich kurzentschlossen selbständig gemacht und ich fühle mich super dabei.

In den Köpfen der Leute geistern bei dem Thema sofort Krücken und Rollstuhl herum. Das ist das Hauptproblem im Alltag und in der Arbeitswelt. Auch Chefs denken so. Ganz allgemein wäre wichtig, dass die Leute die Betroffene lieber fragen, was sie haben und was sie brauchen statt einfach ungefragt Ratschläge zu geben.

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